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Musiktheorie · Fürs Klavier

Der Quintenzirkel

Zwölf Tonarten, ein Rad. Tippe auf eine Tonart, um ihre Vorzeichen und die Akkorde zu sehen, die zu ihr gehören, und sie zu hören. Oder lass dich einmal ganz herumführen.

C0aG1♯eD2♯hA3♯fisE4♯cisH5♯gisFis/Ges6♯disesDes5♭bAs4♭fEs3♭cB2♭gF1♭dTonart antippenaußen Dur, innen Moll

C-Dur

Die Akkorde der Tonart: zum Anhören antippen

Was ist der Quintenzirkel?

Der Quintenzirkel ist eine Landkarte der 12 Tonarten. Fang oben bei C an und geh im Uhrzeigersinn: Jede Tonart liegt eine Quinte über der vorigen. Von C nach G ist eine Quinte (zähl: C, D, E, F, G), von G nach D auch, und so weiter, bis du nach zwölf Schritten wieder bei C bist.

Diese Reihenfolge ist kein Zufall. Zwei Tonarten im Quintabstand teilen sechs ihrer sieben Töne: Nachbarn im Zirkel sind enge Verwandte. Sie klingen ähnlich, leihen sich Akkorde, und Musik wechselt mühelos zwischen ihnen. Gegenüberliegende Tonarten wie C und Fis haben fast nichts gemeinsam.

So liest du ihn

Unten, wo die Kreuz-Seite auf die b-Seite trifft, sind Fis-Dur (sechs Kreuze) und Ges-Dur (sechs b) am Klavier dieselben Tasten. Dort überlappen sich noch zwei Paare: H-Dur und Ces-Dur (sieben b), Des-Dur und Cis-Dur (sieben Kreuze). Es gibt sie, aber sie begegnen dir selten.

Und weil es im Deutschen leicht verwirrt: H ist der Ton, den Englischsprachige B nennen, und B ist bei uns das H mit einem b davor. B-Dur hat also zwei b.

Kreuze, b und Vorzeichen

Im Uhrzeigersinn kommt mit jeder Tonart ein Kreuz dazu: G-Dur hat eins (Fis), D-Dur zwei (Fis, Cis), A-Dur drei. Gegen den Uhrzeigersinn kommt mit jeder Tonart ein b dazu: F-Dur hat eins (B), B-Dur zwei (B, Es), Es-Dur drei.

Die Kreuze kommen immer in derselben Reihenfolge, die selbst ein Quintenzirkel ist: Fis Cis Gis Dis Ais Eis His. Die b sind dieselbe Reihe rückwärts: B Es As Des Ges Ces Fes. Alle 15 Vorzeichen, mit einem Spiel zum Lernen: die Vorzeichen.

Die Moll-Paralleltonarten

Jede Dur-Tonart hat eine Paralleltonart in Moll, die genau dieselben Töne benutzt und darum dieselben Vorzeichen hat: C-Dur und a-Moll sind beide nur weiße Tasten. Im Quintenzirkel steht die Moll-Parallele direkt innen neben ihrer Dur-Tonart.

Am Klavier findest du sie, indem du vom Dur-Grundton drei Halbtöne abwärts gehst (drei Tasten, die schwarzen mitgezählt): C, H, B, A. Oder du zählst bis zum sechsten Ton der Dur-Tonleiter. Tippe auf eine Moll-Tonart im Rad und dann auf „Dur-Parallele“, um beide nacheinander zu hören: dieselben Töne, ein anderer Grundton, eine andere Stimmung.

Die Akkorde einer Tonart finden

Das ist der nützlichste Trick des Zirkels für Pianisten. Such deine Tonart und schau auf das Stück Zirkel um sie herum: die Tonart, ihre beiden Nachbarn und die drei Moll-Tonarten innen daneben. Diese sechs sind die wichtigsten Akkorde der Tonart.

TonartIIVViiiiivi
C-DurCFGDmEmAm
G-DurGCDAmHmEm
F-DurFBCGmAmDm

Die Stufen I, IV und V (die Tonart und ihre Nachbarn) heißen Tonika, Subdominante und Dominante, und auf ihnen stehen die meisten Folk-, Blues-, Rock- und Popsongs. Nimm die VI dazu und du hast die vier Akkorde unzähliger Songs: in C sind das C, G, Am und F. Tippe auf eine Tonart im Rad, und die sechs leuchten auf, nummeriert. Alle Tonarten: die Akkorde jeder Tonart.

Der Quartenzirkel

Gegen den Uhrzeigersinn gelesen wird der Zirkel zum Quartenzirkel: C, F, B, Es, As … jede Tonart eine Quarte über der vorigen. Derselbe Kreis, nur andersherum.

Das ist wichtig, weil Akkorde gern so weitergehen. Ein Akkord zieht am stärksten zu dem Akkord eine Quarte darüber (oder, derselbe Ton, eine Quinte darunter): G nach C, D nach G, A nach D. Solche Ketten sind überall: Das II – V – I des Jazz (Dm, G, C) sind zwei Schritte gegen den Uhrzeigersinn, und Standards wie „Autumn Leaves“ fahren taktelang den Zirkel entlang. Drück oben auf „Andersherum“, um es zu hören: Jeder Akkord scheint zum nächsten zu führen.

Fünf Anwendungen am Klavier

  1. Vorzeichen blitzschnell lesen. Zähl die Kreuze oder b, geh so viele Schritte im Zirkel weiter, und du hast die Tonart.
  2. Die Akkorde eines Songs erraten. Steht ein Song in G, sind seine Akkorde wahrscheinlich G, C, D und Em: das Stück Zirkel um G.
  3. Tonleitern in sinnvoller Reihenfolge üben. Folgst du dem Zirkel, bringt jede neue Tonleiter nur ein Kreuz (oder ein b) mehr mit.
  4. Transponieren. Um einen Song eine Quinte höher zu spielen, rückst du jeden Akkord einen Schritt im Uhrzeigersinn: aus C, F, G wird G, C, D.
  5. Weich modulieren. Der Wechsel in eine Nachbartonart klingt natürlich, ein Sprung über den Zirkel hinweg dramatisch.

Merksprüche

Die Kreuz-Tonarten im Uhrzeigersinn ab C: G, D, A, E, H, Fis. Der bekannte Merkspruch: Geh Du Alter Esel, Hole Fische. Die b-Tonarten gegen den Uhrzeigersinn: F, B, Es, As, Des, Ges, gemerkt als Frische Brötchen Essen Asse Des Gesangs.

Oder lern ihn gar nicht auswendig: Zähl am Klavier von jedem Grundton fünf Töne aufwärts (C, D, E, F, G), dann hast du die nächste Tonart. Nach ein paar Wochen Benutzen sitzt der Zirkel von allein.

Du kennst die Akkorde, aber es klingt nicht richtig? Ivory hört dir beim Spielen zu und sagt dir, was nicht stimmt: ein fehlender Ton, eine Hand, die zu spät kommt, ein ungleichmäßiger Akkord. Dann spielt es dir vor, wie es klingen soll.

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Häufige Fragen

Was ist der Quintenzirkel?

Eine Darstellung der 12 Dur-Tonarten und ihrer Moll-Paralleltonarten, so angeordnet, dass jede Tonart eine Quinte über der vorigen liegt. Im Uhrzeigersinn kommt bei jedem Schritt ein Kreuz zu den Vorzeichen dazu, gegen den Uhrzeigersinn ein b.

Wie merke ich mir den Quintenzirkel?

Die Kreuz-Tonarten im Uhrzeigersinn: G, D, A, E, H, Fis, Geh Du Alter Esel, Hole Fische. Die b-Tonarten gegen den Uhrzeigersinn: F, B, Es, As, Des, Ges, Frische Brötchen Essen Asse Des Gesangs. Am Klavier reicht es auch, fünf Töne aufwärts zu zählen (C, D, E, F, G), um die nächste Tonart zu finden.

Was ist der Quartenzirkel?

Derselbe Kreis andersherum gelesen: C, F, B, Es … jede Tonart eine Quarte über der vorigen. Jazz- und Blues-Akkordfolgen bewegen sich oft so, darum üben Jazzmusiker in Quarten.

Wo stehen die Moll-Tonarten im Quintenzirkel?

Innen, jede neben der Dur-Tonart mit denselben Vorzeichen. Man nennt sie Paralleltonarten: C-Dur und a-Moll, G-Dur und e-Moll.

Wie finde ich mit dem Quintenzirkel die Akkorde einer Tonart?

Such die Tonart, nimm ihre beiden Nachbarn und die drei Moll-Tonarten innen daneben: Das sind die sechs wichtigsten Akkorde. In C-Dur: C, F und G, dazu Am, Dm und Em.

Warum heißt B♭ auf Deutsch B und B auf Deutsch H?

Ein Überbleibsel aus dem Mittelalter: Das „eckige b“ für den höheren Ton sah in den Handschriften wie ein h aus. Darum ist im Deutschen B-Dur die Tonart mit zwei b und H-Dur die mit fünf Kreuzen.

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